Der Erbscheinantrag kann, muss aber nicht zwingend notariell beurkundet werden.
Allerdings müssen Sie die Richtigkeit Ihrer Erklärungen im Grundsatz an Eides Statt versichern. Das Nachlassgericht kann aber auf Antrag auf die Versicherung an Eides Statt verzichten. Dies führt zu einer Halbierung der Kosten. Wenn Sie gesetzlicher Erbe sind, müssen Sie – zum notariellen Beurkundungstermin oder zum Gericht - mehrere Unterlagen mitbringen, um das Verwandschaftsverhältnis nachzuweisen. Benötigt wird Ihr Personalausweis, die Sterbeurkunde und das Familienstammbuch. Sie müssen Angaben darüber machen, welche Personen noch vorhanden sind, die unter Umständen als Erben in Betracht kommen, wie z.B. Eltern, Geschwister, Kinder etc. Sie müssen auch angeben, ob eventuell ein Testament oder ein Erbvertrag geschlossen oder ob zur Zeit ein Rechtsstreit über das Erbe läuft.

Da Nachlassgericht muss allein anhand Ihrer Unterlagen im Erbscheinsverfahren das Verwandschaftsverhältnis mit dem Verstorbenen prüfen können. Es stellt fest, ob Sie gesetzlicher Erbe sind und in welcher Höhe Ihnen der Anteil am Erbe zusteht. Daraufhin wird Ihnen der Erbschein ausgestellt. Sind Sie nicht gesetzlicher Erbe, weil ein Testament oder Ehevertrag besteht, so müssen Sie zudem dieses Schriftstück - also das Testament oder den Ehevertrag - dem Nachlassgericht vorlegen. Sollten Sie Kenntnis von anderen Verfügungen von Todes wegen haben, so müssen Sie dies mitteilen.

 

Wie muss ich den Erbscheinsantrag formulieren?

Das Nachlassgericht ist an den jeweiligen Antrag gebunden und darf keinen anderen als den beantragten Erbschein erteilen (Palandt/Edenhofer, BGB, § 2353 Rn. 21). Der Antrag sollte daher sehr vorsichtig formuliert werden, um eine teure Abweisung zu vermeiden. Zu unterscheiden sind der Antrag bei gesetzlicher Erbfolge und bei Vorliegen eines Testaments.

Das Erbscheinsverfahren ist in den §§ 2353 ff. BGB geregelt. Hiernach wird zwischen folgenden Erbscheinarten unterschieden:

(1) Erbschein für den Alleinerben (vgl. §§ 2353 1. Halbsatz BGB)
(2) Teilerbschein (vgl. §§ 2353 2. Halbsatz BGB)
(3) Gegenständlich beschränkter Erbschein (vgl. § 2369 BGB)
(4) Gemischter Erbschein (vgl. §§ 2353 BGB)
(5) Gemeinschaftlicher Erbschein (vgl. §§ 2357 BGB)
(6) Gemeinschaftlicher Teilerbschein
(7) Eigenrechtserbschein
(8) Fremdrechtserschein

Kommt deutsches Erbrecht zur Anwendung, ist ein Eigenrechtserbschein bzw. ein gegenständlich beschränkter Eigenrechtserbschein für den nach deutschen Erbrecht vererbten Nachlass gemäß § 2353 BGB zu erteilen. Im gegenständlich beschränkten Eigenrechtserbschein ist die gegenständliche Beschränkung deutlich zu machen (vgl. Palandt/Edenhofer § 2353 BGB, Rdnr. 3).

Die Kosten eines Erbscheins ergeben sich aus der Kostenordnung (KostO). Dabei kommt es auf den reinen Nachlasswert an, §§ 18, 19, 107 KostO.

Der Fachanwaltslehrgang umfasst insbesondere folgende Gebiete:
Das erbrechtliche Mandat; berufsrechtliche Fragen; Annahme/Ausschlagung der Erbschaft; Bezüge zum Familienrecht; Pflichtteilsrecht; Anspruch, Berechnung, Verfahren Erbengemeinschaft; Verwaltung und Teilung des Nachlasses; Erbenhaftung; Nachlassverwaltung; -insolvenz, -pflegschaft Testaments- und Vertragsgestaltung; Auslegung und Gestaltung; Vermächtnisse; Vor- und Nacherbfolge; Gemeinschaftliches Testament Vorweggenommene Erbfolge; Bezüge zum Sozialrecht; Bezüge zum Schuldrecht (Banken, Versicherungen etc.); Internationales Erbrecht Testamentsvollstreckung; Besonderheiten der Verfahrens- und Prozessführung. Der Fachanwalt für Erbrecht steht Ihnen als kompetenter Ansprechpartner zur Seite.

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