Auszugestalten sind dabei insbesondere die Häufigkeit des Umgangs (eine Begegnung pro Monat sollte das Minimum sein) und dessen Dauer (eine Übernachtung beim Umgangsberechtigten ist bei Kindern im Schulalter üblich). Besonderheiten gelten für das Ferienumgangsrecht (zirka zwei bis drei Wochen in den Sommerferien und je eine weitere Woche in den Weihnachts- und Osterferien dürften im Schulalter der Üblichkeit entsprechen) sowie Besuche an hohen kirchlichen Festen wie Weihnachten und Ostern, jeweils an den Folgefeiertagen. In aller Regel obliegt es dem Umgangsbefugten, das Kind vor dem Besuch abzuholen und anschließend wieder zurückzubringen. Die Kosten des Umgangs (z. B. Fahrtkosten) hat der Umgangsbefugte zu tragen. Der Berechtigte ist grundsätzlich befugt, die Kontakte mit dem Kind in seinem Privatbereich, also seiner Wohnung, zu pflegen, auch wenn dort ein neuer Ehe- oder Lebenspartner sich aufhält.

Im Rahmen von Scheidungsvereinbarungen sind gemeinsame Erklärungen zu beabsichtigten Anträgen bezüglich der Übertragung der elterlichen Sorge auf einen Elternteil bzw. der Ausgestaltung des Umgangsrechts denkbar; Formulierungen kann Ihnen hierzu der Notar gern vorschlagen.

 

IV. Ehen mit Auslandsbezug

Besonderheiten, die hier nur angedeutet werden können, bestehen dann, wenn nicht beide Ehegatten Deutsche sind. Nur hingewiesen werden soll an dieser Stelle ferner darauf, dass auch die Beerbung dann Besonderheiten unterliegt: Aus deutscher Sicht regelt sich die Erbfolge nach dem Recht der Staatsangehörigkeit, die der Verstorbene am Todestag hatte; er kann jedoch mit Wirkung für inländischen Grundbesitz das deutsche Erbrecht wählen (was dann zu einer sogenannten „Nachlassspaltung“ führt).

Die Anknüpfung an die Fragen des Eherechts, sowohl der Eheschließung, der allgemeinen Ehewirkungen, des Güterrechts, des Unterhaltsrechts und der Abstammung, des Versorgungsausgleichs und des allgemeinen Scheidungsstatuts sind aus deutscher Sicht in den Artikeln 13 ff. des Einführungsgesetzes zum BGB (EGBGB) niedergelegt. Die Einzelheiten können in dieser Übersicht nicht dargestellt werden; sie variieren typischerweise je nach betroffenem Rechtsbereich. (Beispiel: Die güterrechtlichen Wirkungen einer Ehe unterliegen den Anknüpfungsmerkmalen, die bei Eheschließung gegeben waren, ändern sich also später nicht - Art. 15 EGBGB -, die allgemeinen Ehewirkungen richten sich jedoch nach zuletzt verwirklichten Merkmalen (Staatsangehörigkeit/Aufenthalt/sonstige enge Verbindung zu einem Staat) - Art. 14 EGBGB -, das Scheidungsstatut bemisst sich wiederum nach den Merkmalen der allgemeinen Ehewirkung, die bei der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrags gegeben sind – Art 17 EGBGB - )

Zur genauen Ermittlung des Sachverhalts wird der Notar Ihnen umfangreiche Fragen stellen müssen. Je nach dem gewünschten Ergebnis ist es möglich, durch notariell beurkundete „Rechtswahl“ anstelle des möglicherweise anwendbaren ausländischen Rechts das deutsche Recht zu wählen. Dies erfolgt beispielweise häufig bezüglich des Güterrechts, um zu vermeiden, dass das Grundbuchamt umfangreiche und teure Erkundungen darüber anstellen müsste, in welcher Rechtsform Ehegatten mit ausländischem Güterrecht in das Grundbuch als gemeinsame Eigentümer eingetragen wären (z. B. in Errungenschaftsgemeinschaft nach chinesischem Recht) Bei Wahl des deutschen Güterrechts (unabhängig davon, ob anschließend auf der Basis des gewählten deutschen Rechts ein Ehevertrag geschlossen wird oder nicht) können beide Ehegatten als Miteigentümer je zur Hälfte eingetragen werden. Wegen der Auswirkungen solcher Rechtswahlvereinbarungen, z. B. auch auf Vererbungen, sollten Sie hierzu jedoch stets den Rat des Notars hinzuziehen.

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