2. Beendigung der Zugewinngemeinschaft

Die eigentlichen Auswirkungen der Zugewinngemeinschaft zeigen sich jedoch, wenn der Güterstand beendet wird, sei es durch Tod (nachstehend a) oder Scheidung bzw. Wechsel in einen anderen Güterstand (nachstehend b).

a) erbrechtlicher Ausgleich
Endet die Ehe durch den Tod eines Ehegatten, wird gemäß § 1371 Abs. 1 BGB als pauschaler Ausgleich des während der Ehezeit entstandenen Zugewinns die gesetzliche Erbquote des überlebenden Ehegatten um ein Viertel erhöht (sog. Erbrechtliche Lösung; daher erbt der Ehegatte bei gesetzlicher Erbfolge und gesetzlichem Güterstand neben gemeinsamen Kindern die Hälfte und nicht nur ein Viertel, neben den Eltern des Verstorbenen drei viertel und nicht nur ein halb). Wird jedoch der überlebende Ehegatte gar nicht Erbe nach dem Verstorbenen (weil ein anderslautendes Testament vorliegt oder er ausschlägt) und ist für ihn auch kein Vermächtnis ausgesetzt, erfolgt der Zugewinnausgleich auch im Todesfall nach der güterrechtlichen Lösung, d.h. in gleicher Weise wie bei einer Scheidung (nachstehend b), bezogen auf den Todestag. Er kann dann neben dem tatsächlichen güterrechtlichen Zugewinnausgleich auch den kleinen Pflichtteil verlangen (d. h. die Hälfte des Erbteils, den er ohne Berücksichtigung der Erhöhung um ein Viertel als gesetzliche Erbquote bekommen würde, § 1931 Abs. 1 BGB). Gerade bei hohem Zugewinn des verstorbenen Partners während der Ehe erhält er dadurch möglicherweise mehr als durch die pauschale Erhöhung seiner gesetzlichen Erbquote um ein Viertel gemäß der „erbrechtlichen Lösung“.

b) Zugewinnausgleich
Die nachstehend darzustellende güterrechtliche Lösung (§§ 1372 ff BGB) kommt immer dann zum Tragen, wenn die Ehegatten den Güterstand beenden, weil sie durch Vertrag einen anderen Güterstand (Gütertrennung oder Gütergemeinschaft) vereinbaren, wenn die Ehe geschieden wird, wenn durch Gerichtsurteil auf vorzeitigen Ausgleich des Zugewinns erkannt wird, schließlich bei Versterben eines Ehegatten, der nicht vom Partner beerbt wird (oben a):

Der Ausgleich erfolgt dergestalt, dass zunächst das Anfangsvermögen eines jeden Ehegatten (bei Eheschließung) mit dem Endvermögen eines jeden Ehegatten (bei Beendigung des Güterstands durch Vertrag oder Tod bzw. Stellung des Antrags auf Scheidung der Ehe) verglichen wird; die Differenz bildet den Zugewinn. Wer mehr hinzugewonnen hat als der andere, muss die Hälfte seines zusätzlichen Zugewinns dem anderen in Geld auszahlen. Es erfolgt also keine dingliche (eigentumsrechtliche) Beteiligung am Vermögen des anderen, sondern nur ein wertmäßiger Ausgleich in Geld. Das Anfangs- und Endvermögen wird jeweils dadurch ermittelt, dass alle Vermögenswerte (Immobilien, bewegliche Gegenstände, Forderungen, Lebensversicherungsansprüche, Konten etc.) ihrem tatsächlichen Wert nach in Geld umgerechnet werden, wobei Verbindlichkeiten (z. B. Bankschulden) natürlich abgezogen werden. Das Anfangsvermögen wie auch der Zugewinn können allerdings nach dem Gesetz niemals negativ sein. Wer bereits bei Beginn der Ehe überschuldet ist, wird hierdurch privilegiert!

An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass der Gesetzgeber diesen Umstand zum 01.09.2009 ändern will, indem ab dem 01.09.2009 ein negatives Anfangsvermögen berücksichtigt werden soll.

Vermögen, das einem Ehegatten durch Erbschaft oder durch vorweggenommene Erbfolge (also Schenkung seitens der Eltern) übertragen wird, unterliegt nicht dem Zugewinnausgleich, es wird also dem Anfangsvermögen zugerechnet, § 1374 Abs. 2 BGB. Allerdings sind etwaige Wertsteigerungen dieses Vermögens zu berücksichtigen, die z. B. durch Tilgung von Verbindlichkeiten oder durch die allgemeine Entwicklung der Bodenwerte eintreten.

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