Eine Sonderform der Kommanditgesellschaft bildet die „GmbH & Co. KG“. Bei ihr ist Komplementär (und damit geschäftsführender und vollhaftender Gesellschafter) nicht eine natürliche Person, sondern eine juristische Person, und zwar regelmäßig eine GmbH (aber auch eine AG ist z. B. denkbar). Der oder die jeweiligen Geschäftsführer der GmbH vertreten also unmittelbar diese und mittelbar - als Organe der GmbH - zugleich die Kommanditgesellschaft. In einer Notarurkunde über einen Grundstücksverkauf durch eine GmbH & Co. KG wird also aufgeführt: Herr Franz Müller, handelnd als Geschäftsführer der „X Verwaltungs-GmbH“, diese wiederum handelnd als Komplementärin der „X GmbH & Co. KG“.

Die Firma der GmbH & Co. KG muss sich von der Firma ihrer Komplementärin um mehr als nur den Zusatz „& Co. KG“ unterscheiden, so dass in der Praxis entweder bei der Firma der GmbH ein Zusatz („Verwaltungs-“, „Beteiligungs-“) zugefügt wird oder aber die KG eine zusätzliche Gegenstandsangabe erhält (z. B.: „X GmbH & Co. Immobilien KG“). Die GmbH & Co. KG weist zwar durch das Vorhandensein zweier Gesellschaften gewisse Schwerfälligkeiten auf, kombiniert allerdings steuerliche Vorteile der Personengesellschaft (KG) mit denen der Kapitalgesellschaft (GmbH). (Beispiel: Für den Geschäftsführer der GmbH können wirksam Rückstellungen für betriebliche Pensionszusagen gebildet werden; die KG wiederum ist seit der Steuerreform weitgehend gewerbesteuerfrei.) Da regelmäßig die GmbH nicht am Vermögen der KG beteiligt (also ohne festes Kapitalkonto ausgestattet) ist, ergibt sich zugleich eine Trennung zwischen der Ebene des Vermögens und der Gewinnverteilung, einerseits (= Kommanditgesellschaft), und der Ebene des Management, andererseits (= Komplementär-GmbH). So kann ein Einzelunternehmer, der seinen Betrieb an die Kinder abgeben möchte, die jedoch diesen nicht leiten können, seine Kinder als Kommanditisten in die KG aufnehmen und als Geschäftsführer der Komplementär-GmbH einen fremden Manager einstellen (anders als bei der OHG und der reinen Kommanditgesellschaft, bei der der sogenannte „Grundsatz der Selbstorganschaft“ gilt, d. h. Geschäftsführer und Vertreter nach außen muss ein persönlich haftender Gesellschafter sein).

Bei der GmbH & Co. KG sind die Registeranmeldungen bei der GmbH (dazu anschließend) und bei der KG auseinanderzuhalten. Anmeldungen bei der KG müssen - wie immer - durch alle Gesellschafter erfolgen, also auch durch den Geschäftsführer der GmbH. Letzterer wird regelmäßig durch notariell beglaubigte Vollmacht dazu ermächtigt, alle Registeranmeldungen für die KG vorzunehmen (z. B. Wechsel eines Kommanditisten, Erhöhung seiner Hafteinlage etc.), insbesondere wenn es sich um sogenannte „Publikums-Kommanditgesellschaften“ mit großem Gesellschafterkreis handelt. Beim Geschäftsführer der GmbH kann auch eingetragen werden, dass er für die Zwecke der Vertretung der GmbH im Verhältnis zur KG von den gesetzlichen Vertretungsverboten (§ 181 BGB) befreit ist.

Eine Sonderform der GmbH & Co. KG bildet die sogenannte „Einheits-GmbH & Co. KG“, bei der die Kommanditgesellschaft alleinige Gesellschafterin der GmbH ist. Durch diese „verschlungene“ Struktur wird erreicht, dass die GmbH (und damit diejenige Ebene, auf der dem Geschäftsführer als ausführendem Organ Weisungen erteilt werden können) und die KG (also die Besitz-Ebene) immer in gleicher Hand sich befinden.

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